Mein Bekenntnis zum Buch

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Hallo ihr lieben Menschen da draußen!

Vor ein paar Tagen bin ich zufällig auf die Aktion von Kapri-ziös gestolpert. Sie ruft in ihrem Blog dazu auf, sein Bekenntnis zum Buch zu veröffentlichen. Was für eine wundervolle Aktion! Es machen hier nicht nur Blogger mit, sondern Leser, Autoren und auch Verlage. Auch ich möchte mich gerne dem Reigen anschließen, denn schließlich sind wir Bücherwürmer hier ganz unter uns, da fällt ein Bekenntnis nicht schwer!

Wie kam ich zum Lesen?

Als kleiner Stöpsel konnte ich es gar nicht abwarten lesen zu lernen. Es erschien mir einfach als eine ungemein praktische Fähigkeit, um die Welt etwas besser begreifen zu können. So weit ich mich erinnere ging das mit dem Lesen lernen in der Schule dann auch recht flott. In meinem Elternhaus gab es nämlich keine Bücher und ich kann mich auch nicht daran erinnern im Vorschulalter irgendwelche (Bilder-)Bücher besessen zu haben. Aber keine Sorge! Ich hatte trotzdem eine schöne Kindheit, meine Eltern haben aber nie Wert auf Bücher gelegt.

In der ersten Zeit in der Grundschule hatte ich nur mein Lesebuch zu Verfügung. Ich habe mich oft darüber geärgert, dass dort nur Ausschnitte von den Geschichte zu lesen waren. Anderen Zugang zu Büchern hatte ich nicht. In der zweiten oder dritte Klasse geschah dann ein kleines Wunder für mich. Wir machten einen Schulausflug in die Stadtteilbücherei. Meine Augen müssen mir wohl aus den Kopf gefallen sein, denn mir war gar nicht klar, dass es so viele Bücher gibt. Und nicht nur das! Man darf sie sich ausleihen und nach Hause mitnehmen! Klar war dann natürlich auch, dass ich meinen Eltern ein Ohr abgekaut habe, damit ich einen Leseausweis ausgestellt bekomme. In solchen Dingen kann ich eine ungeheure Hartnäckigkeit entwickeln und damit ich endlich Ruhe gab, leisteten meine Eltern dann die Unterschrift und ich kam endlich an Bücher!

Ich nannte die Bibliothekarinnen immer Frau Eva und ähnliches. Sie meinten zwar, man dürfe sie mit Vornamen ansprechen aber das erschien mir einen Erwachsenen gegenüber doch recht unhöflich. Also hängte ich einfach immer das „Frau“ vor ihren Vornamen. Ich lieh mir allerhand Bücher aus. Bilderbücher, Erstlesegeschichten und ähnliches. Manches Mal wurde ich auch von den Mitarbeiterinnen mit Lesestoff versorgt.

Irgendwann geschah dann etwas Schreckliches. Unsere Stadtteilbibliothek wurde geschlossen. Puff, weg war sie. Dafür sollte eine große Bücherei in „der Stadt“ eröffnet werden. Tja, aber da kam klein Pati nicht hin. Bis…ich in die weiterführende Schule kam und es ein Busticket für mich kam. Im Nachhinein ist mir klar, was das für einen großen Evolutionssprung für mich bedeutet hat. Aber erst einmal musste ich meinen Eltern wieder ein Ohr abkauen, denn schon wieder brauchte ich deren vermaledeite Unterschrift. Letztendlich bekam ich wieder einen Ausweis und hatte nach etwas einjähriger Durststrecke wieder Zugang zu Büchern. Oh, und wie ich schwelgte! Die Kinderbuchabteilung war mit der Kinderecke in der Stadtteilbücherei überhaupt nicht vergleichbar! Ich las alles. Wirklich alles. Insbesondere mochte ich aber Angela-Sommer Bodenburg und ihre Geschichten um den kleine Vampir.

Außerdem mochte ich auch ihre Buchreihe um den sprechenden Hund „Schokolowski“ wahnsinnig gerne und ich bin heute stolze Besitzerin von allen diesen Büchern. In der Zeit von 12-14 Jahren habe ich dann nur noch recht wenig gelesen. Irgendwie war ich dann mit anderen Dingen beschäftigt. Mit 14 Jahren habe ich die Erwachsenenabteilung in der Bücherei entdeckt. Ich habe eigentlich damit gerechnet, dass mich die Mitarbeiter wieder wegschicken, aber es schien sich keiner daran zu stören, dass ich mich bei den Büchern für Erwachsene umsah. Tja, und was las ich da? Mit 14? „Feuer und Stein“ von Diana Gabaldon und die Folgebände. Die Bücher hatte mir meine beste Freundin empfohlen und mir sind beim Lesen fast die Augen aus den Kopf gefallen.

Was für ein Buch! Ich habe immer damit gerechnet, dass mir irgendwer sagt, ich wäre zu jung für eine derartige Lektüre, aber keiner störte sich an meiner Buchauswahl. Das nächste „buchrelevante“ Ereignis in meinem Leben fand dann mit 16 Jahren statt. Ich konnte mir selbst kaum Bücher leisten und wenn dann nur gebraucht. Schon damals habe ich gerne im Sozialkaufhaus nach Büchern gestöbert. Dort habe ich auch dieses eine Buch gefunden gefunden, dass mich von einer durchschnittlichen Leserin zu einem passionierten Bücherwurm hat werden lassen. „Die Herrin der Falken“ von Marion Zimmer Bradley hat mich so mitgerissen wie nie ein Buch zuvor. Ich liebe die gesamte Darkover Reihe von ihr immer noch heiß und innig. Seitdem hat sich wohl mein Konsum von Buchstaben kontinuierlich gesteigert.

Was bedeuten Bücher für mich?

Lesen bedeutet für mich Entspannung. Nichts entspannt mich mehr als mich in eine Geschichte fallen zu lassen. Dabei hatte ich das Glück in vielen Büchern gute Freunde und Ratgeber zu finden. Manchmal habe ich die Antwort auf eine brennende Lebensfrage in einem Buch gefunden und manchmal erst nach dem Lesen eines Buches die richtigen Fragen gestellt. Bücher haben mir über schwere Zeiten hinweg geholfen. Nicht nur durch Tipps und Ratschläge, sondern auch in der Form, dass sie mich von Trauer und Schmerz abgelenkt haben und mein Herz wieder entkrampfen konnte. Doch nicht nur das Lesen von Büchern bereitet mir Freude.  Ich liebe es auch mich mit ihnen zu beschäftigen. Nach Neuerscheinungen gucken, Empfehlungen zu durchstöbern, Blogs lesen, Booktube gucken und allerhand Weiteres, das ich mir in meinem Alltag nicht mehr wegdenken kann. Ich habe dies schon alles gemacht, bevor ich diesen kleinen Blog geführt habe. Mir macht es einfach Freude.

Eine Welt ohne Bücher, könnte ich mir vorstellen. Will ich aber nicht! Ich wundere mich insgeheim immer wenn ich Wohnungen betrete und kein einziges Buch entdecken kann. Allerdings wundern sich diese Personen bestimmt auch über meine vier Wände, die vollgestopft sind mit Regalen und es liegen überall Bücher herum. Jedem das Seine!

To make a long story short…Bücher gehören einfach zu mir. Lesen ist ein Teil meiner Persönlichkeit. Meine Buchliebe ist nicht anerzogen, sondern sie ist ganz von alleine gewachsen. Mich hat niemand zum lesen ermuntert oder „gezwungen“ und so konnte ich mir meine Lesewelt selbst erschließen und bin dankbar dafür. Meine Mutter erzählt immer noch schmunzelnd die Geschichten als ich Zuhause wohnte und ihr aus jedem Schrank ein Buch auf dem Kopf fiel.  Nun heute kann ich sagen: Mehr Platz bedeutet mehr Bücher…und mehr Schranktüren 🙂

LG eure Zeilenleben

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  1. Pingback: #buchpassion – Edition: Mein Bekenntnis zum Buch 9.-11.9.2016

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